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Unterschiede zwischen lokalem Backup und Online-Backup

Eric Weis | 07.05.2018 18:02:34 | Lesezeit ca. 5 Minuten

Das Thema Datensicherung sollte in Ihrem Unternehmen eine relativ hohe Priorität genießen. Denn im Fall der Fälle ist das Backup äußerst wichtig, um Ihren Betrieb am Laufen halten zu können. Denn nur so kommen Sie an eigentlich schon verlorene Daten, die Ihr Unternehmen benötigt, um funktionieren zu können. Ein Unternehmen ohne seine Daten kann sich in der Regel nicht lange halten. Dabei muss nicht mal ein Cyberangriff stattgefunden haben, der einen Datenverlust zur Folge hat. Es reicht schon, wenn ein Mitarbeiter versehentlich wichtige Daten löscht. Dann sind Sie für Ihr Backup dankbar. Im folgenden Artikel erfahren Sie, was die wesentlichen Unterschiede zwischen Online-Backup und lokalem Backup sind. Vor allem möchte ich Ihnen die Wichtigkeit vom Restore und dessen Zeit näher bringen.

 

Wie funktioniert ein Online-Backup?

Wenn Sie sich entscheiden, Ihr Backup in ein Rechenzentrum (RZ) auszulagern und Ihre Daten nicht lokal sichern, müssen Sie zuerst einmal Ihren gesamten Datenbestand initial in das RZ hochladen.

Gehen wir zur Vereinfachung mal davon aus, dass Sie lediglich einen Datei-Server sichern möchten, auf dem 1 Terabyte Daten liegen. Ferner gehen wir davon aus, dass Sie zum Beispiel eine VDSL-Verbindung haben, die 25 Mbit pro Sekunde übertragen kann. Mit ein wenig Rechenaufwand kommen Sie schnell zu dem Ergebnis, dass das initiale Hochladen ca. 4 Tage in Anspruch nimmt. Bedenkt man nun jedoch, dass die 25 Mbit nicht dauerhaft zur Verfügung stehen, da die Leitung auch anderweitig genutzt wird, kann man schließlich von 7-10 Tagen ausgehen, die die initiale Datensicherung dauert.

Nach der initialen Vollsicherung werden nur noch die täglichen Dateiänderungen auf Ihrem Dateiserver gesichert. Das heißt, es wird nur noch festgehalten, wie und welche Daten geändert wurden. Folglich muss nicht jedes Mal der gesamte Datenbestand des Servers, sondern nur das Delta gesichert werden. In der Regel sind das wenige GigaByte pro Tag die dann auch noch komprimiert übertragen werden. Mit dieser Delta Sicherung ist dann eine Rekonstruktion des Datenbestandes vom Initialzustand aus jederzeit möglich. Wenn Sie also einen Datenverlust erleiden, kann Ihr Datenbestand wiederhergestellt werden, indem die Sicherungssoftware die gespeicherten Änderungen auf den Anfangsdatenbestand „anwendet“.

Betrachten wir nun noch den Fall, dass Sie feststellen, dass Ihre Daten fehlerhaft sind, aber wissen, dass sie es vor z.B. 3 Wochen noch nicht waren. Dann kann die Sicherungssoftware zwar den Stand von vor 3 Wochen wiederherstellen, muss dafür aber Ihren Server überschreiben. Somit würden Sie alle Daten, die in den letzten 3 Wochen entstanden sind, verlieren. Die Alternative ist, dass Sie die Daten auf einem separaten Server sichern. Allerdings müssen Sie dann 100% der Daten aus dem RZ herunterladen und nicht nur die Änderungen. Dieser Restore wird Sie dann aufgrund der vergleichsweise langsamen Datenübertragung mehrere Tage Zeit kosten.

Mehr zu dieser Thematik finden Sie in unserem Ratgeber Datensicherung.

 

Ratgeber Datensicherung

 

Wie funktioniert ein lokales Backup?

Haben Sie sich für ein lokales Backup bei Ihnen im Hause entschieden, sieht Ihre Datensicherung natürlich etwas anders aus. In der Regel werden unter der Woche ähnlich wie beim Online-Backup lediglich die Änderungen gesichert. Jedoch wird am Wochenende dann eine Vollsicherung durchgeführt. Es wird also für gewöhnlich das Grandfather-Father-Son-Prinzip (GFS) verfolgt. Vereinfacht gesagt werden also mehrere Versionen gesichert, wobei diese sich in Ihren zeitlichen Abständen unterscheiden.

Wichtig ist aber, dass wir es hier im Vergleich zum Online-Backup mit weitaus höheren Datenübertragungsraten zu tun haben. Ein Datenvolumen von einem Gigabit (1.000 Mbits/sec) ist in der Regel das Minimum in Ihrem Serverraum. Dagegen wirken die 25 Mbit der VDSL-Verbindung natürlich lachhaft. Somit können Inhouse-Backups große Datenvolumen in überschaubarer Zeit sichern. Je nach Datenvolumen ist daher ein lokales Backup die erste Wahl!

Sie sollten aber bedenken, dass ein lokales Backup auch entsprechend teurer ist. Mit der ganzen Infrastruktur kann ein gutes Backup im Mittelstand durchaus 30.000€ kosten. Beim Online-Backup ist hingegen kaum teure Infrastruktur notwendig. Diese stellt der RZ-Betreiber des Online Backups Ihnen zur Verfügung und rechnet diese über die Nutzung ab.

 

Was macht ein gutes Backup im Unternehmen aus? Lesen Sie es hier nach!

 

Die wichtigsten Unterschiede zwischen lokalem- und Online-Backup

Ich möchte nun den Fokus bei den Unterschieden auf die Restore-Thematik und vor allem die Restore-Zeiten richten. Vermutlich können Sie sich schon denken, dass ein lokales Backup in der Regel mit vergleichsweise schnellen Restore-Zeiten überzeugen kann. Wenn Sie bei einem Online-Backup einen Datenbestand auf einen eigenen Server sichern wollen, kommen sehr lange Restore-Zeiten auf Sie zu, da Sie alle Daten über eine langsame Verbindung übertragen müssen. Diese langen Zeiten können im Falle eines größeren Datenverlustes durchaus schmerzhaft sein. Schließlich hängt Ihre Arbeitsfähigkeit von diesen Daten ab!

Es gibt jedoch Varianten des Online-Backups, die genau solche Probleme kompensieren sollen. Beispielsweise können NAS-Platten eingesetzt werden, um dem Bandbreiten-Problem Herr zu werden. Mit Hilfe zusätzlicher NAS Geräte kann ein lokales Online-Backup parallel zum RZ-Backup eingerichtet werden. Damit wird dann das Problem der langsamen Internetverbindung ein Stück weit kompensiert.

Bei einem lokalen Backup können Sie hingegen auch größere Datenmengen übertragen. Allerdings sollten Sie im Kopf behalten, dass auch hier ein Restore einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Sie sollten wissen, wie lange ein Restore bei Ihnen im Unternehmen dauert. Dazu können Sie noch mehr in diesem Artikel lesen.

 

Fazit

Beide Arten der Datensicherung haben Ihre Vor- und Nachteile. Das reine Online-Backup in ein RZ überzeugt durch geringe Kosten und wenig Aufwand zum Start, kann aber nur schlechte Restore-Zeiten liefern. Auch können Sie die Kosten leider nicht im Voraus bestimmen, da Sie nicht wissen wie schnell Ihre Daten in der Zukunft anwachsen. Sie zahlen letztlich für jedes Megabyte, welches Sie an das RZ übertragen. Hier muss daher im Vorfeld genau berechnet werden was Sie das Online-Backup im Lauf der Zeit kostet.

Beim lokalen Backup sind diese Restore-Zeiten besser, das lokale Backup ist aber für gewöhnlich deutlich teurer. Absolut gesehen ist das lokale Backup pro zu sicherndem Megabyte jedoch die günstigere Lösung.

Sie sollten also abwägen, was die bessere Alternative für Ihr Unternehmen ist. Egal wie Sie sich entscheiden, es kommt darauf an, dass Ihre Datensicherung sicher und zuverlässig funktioniert und dass Sie sich bewusst sind, was im Falle eines Datenverlustes auf Sie zukommt. Erfahrungsgemäß wissen viele Geschäftsführer nicht, wie lange ein Unternehmen im Falle eines Datenverlustes trotz Backup stillstehen kann. Es kommt nämlich immer auf ein gutes Restore-Konzept an!

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Sie sollten sich im Klaren darüber sein, dass ein Verlust von Daten Ihr Kerngeschäft für eine gewisse Zeit lahmlegen kann. Damit Sie die Risiken besser abschätzen können macht es Sinn, sich die IT-Ausfallkosten, die im Falle eines Datenverlustes auf Sie zukommen, berechnen zu lassen.

 

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Themen: Datensicherung

Autor: Eric Weis

Eric Weis startete 2005 seine Karriere im IT-Business. Ein klassischer Start als IT-Systemadministrator legte dabei den fachlichen Grundstein, um später in nationalen und internationalen IT-Sicherheitsprojekten als Projektleiter zu agieren. Seit 2015 ist der IT-Experte außerdem Chief Information Security Officer und Auditor der ISO/IEC 27001. Weitere Zertifizierungen nach ITQ13 und VDS zeugen von seiner Leidenschaft für die IT Sicherheit. Seine tiefgehenden IT-Kenntnisse, gepaart mit seinen kommunikativen Fähigkeiten, machen Ihn zum Bindeglied zwischen der IT Organisation und dem Management. Eric Weis kann komplexe IT-Themen verständlich in alle Zielgruppen transportieren!

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