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    Unterschiede zwischen lokalem Backup und Online-Backup

    Unterschiede zwischen lokalem Backup und Online-Backup

    Das Thema Datensicherung sollte in Ihrem Unternehmen eine relativ hohe Priorität genießen. Denn im Fall der Fälle ist das Backup äußerst wichtig, um Ihren Betrieb am Laufen halten zu können. Denn nur so kommen Sie an eigentlich schon verlorene Daten, die Ihr Unternehmen benötigt, um funktionieren zu können. Ein Unternehmen ohne seine Daten kann sich in der Regel nicht lange halten. Dabei muss nicht mal ein Cyberangriff stattgefunden haben, der einen Datenverlust zur Folge hat. Es reicht schon, wenn ein Mitarbeiter versehentlich wichtige Daten löscht. Dann sind Sie für Ihr Backup dankbar. Im folgenden Artikel erfahren Sie, was die wesentlichen Unterschiede zwischen Online-Backup und lokalem Backup sind. Vor allem möchte ich Ihnen die Wichtigkeit vom Restore und dessen Zeit näher bringen.

     

    Wie funktioniert ein Online-Backup?

    Wenn Sie sich entscheiden, Ihr Backup in ein Rechenzentrum (RZ) auszulagern und Ihre Daten nicht lokal sichern, müssen Sie zuerst einmal Ihren gesamten Datenbestand initial in das RZ hochladen.

    Gehen wir zur Vereinfachung mal davon aus, dass Sie lediglich einen Datei-Server sichern möchten, auf dem 1 Terabyte Daten liegen. Ferner gehen wir davon aus, dass Sie zum Beispiel eine VDSL-Verbindung haben, die 25 Mbit pro Sekunde übertragen kann. Mit ein wenig Rechenaufwand kommen Sie schnell zu dem Ergebnis, dass das initiale Hochladen ca. 4 Tage in Anspruch nimmt. Bedenkt man nun jedoch, dass die 25 Mbit nicht dauerhaft zur Verfügung stehen, da die Leitung auch anderweitig genutzt wird, kann man schließlich von 7-10 Tagen ausgehen, die die initiale Datensicherung dauert.

    Nach der initialen Vollsicherung werden nur noch die täglichen Dateiänderungen auf Ihrem Dateiserver gesichert. Das heißt, es wird nur noch festgehalten, wie und welche Daten geändert wurden. Folglich muss nicht jedes Mal der gesamte Datenbestand des Servers, sondern nur das Delta gesichert werden. In der Regel sind das wenige GigaByte pro Tag die dann auch noch komprimiert übertragen werden. Mit dieser Delta Sicherung ist dann eine Rekonstruktion des Datenbestandes vom Initialzustand aus jederzeit möglich. Wenn Sie also einen Datenverlust erleiden, kann Ihr Datenbestand wiederhergestellt werden, indem die Sicherungssoftware die gespeicherten Änderungen auf den Anfangsdatenbestand „anwendet“.

    Betrachten wir nun noch den Fall, dass Sie feststellen, dass Ihre Daten fehlerhaft sind, aber wissen, dass sie es vor z.B. 3 Wochen noch nicht waren. Dann kann die Sicherungssoftware zwar den Stand von vor 3 Wochen wiederherstellen, muss dafür aber Ihren Server überschreiben. Somit würden Sie alle Daten, die in den letzten 3 Wochen entstanden sind, verlieren. Die Alternative ist, dass Sie die Daten auf einem separaten Server sichern. Allerdings müssen Sie dann 100% der Daten aus dem RZ herunterladen und nicht nur die Änderungen. Dieser Restore wird Sie dann aufgrund der vergleichsweise langsamen Datenübertragung mehrere Tage Zeit kosten.

    Mehr zu dieser Thematik finden Sie in unserem Ratgeber Datensicherung.

     

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    Wie funktioniert ein lokales Backup?

    Haben Sie sich für ein lokales Backup bei Ihnen im Hause entschieden, sieht Ihre Datensicherung natürlich etwas anders aus. In der Regel werden unter der Woche ähnlich wie beim Online-Backup lediglich die Änderungen gesichert. Jedoch wird am Wochenende dann eine Vollsicherung durchgeführt. Es wird also für gewöhnlich das Grandfather-Father-Son-Prinzip (GFS) verfolgt. Vereinfacht gesagt werden also mehrere Versionen gesichert, wobei diese sich in Ihren zeitlichen Abständen unterscheiden.

    Wichtig ist aber, dass wir es hier im Vergleich zum Online-Backup mit weitaus höheren Datenübertragungsraten zu tun haben. Ein Datenvolumen von einem Gigabit (1.000 Mbits/sec) ist in der Regel das Minimum in Ihrem Serverraum. Dagegen wirken die 25 Mbit der VDSL-Verbindung natürlich lachhaft. Somit können Inhouse-Backups große Datenvolumen in überschaubarer Zeit sichern. Je nach Datenvolumen ist daher ein lokales Backup die erste Wahl!

    Sie sollten aber bedenken, dass ein lokales Backup auch entsprechend teurer ist. Mit der ganzen Infrastruktur kann ein gutes Backup im Mittelstand durchaus 30.000€ kosten. Beim Online-Backup ist hingegen kaum teure Infrastruktur notwendig. Diese stellt der RZ-Betreiber des Online Backups Ihnen zur Verfügung und rechnet diese über die Nutzung ab.

     

    Was macht ein gutes Backup im Unternehmen aus? Lesen Sie es hier nach!

     

    Die wichtigsten Unterschiede zwischen lokalem- und Online-Backup

    Ich möchte nun den Fokus bei den Unterschieden auf die Restore-Thematik und vor allem die Restore-Zeiten richten. Vermutlich können Sie sich schon denken, dass ein lokales Backup in der Regel mit vergleichsweise schnellen Restore-Zeiten überzeugen kann. Wenn Sie bei einem Online-Backup einen Datenbestand auf einen eigenen Server sichern wollen, kommen sehr lange Restore-Zeiten auf Sie zu, da Sie alle Daten über eine langsame Verbindung übertragen müssen. Diese langen Zeiten können im Falle eines größeren Datenverlustes durchaus schmerzhaft sein. Schließlich hängt Ihre Arbeitsfähigkeit von diesen Daten ab!

    Es gibt jedoch Varianten des Online-Backups, die genau solche Probleme kompensieren sollen. Beispielsweise können NAS-Platten eingesetzt werden, um dem Bandbreiten-Problem Herr zu werden. Mit Hilfe zusätzlicher NAS Geräte kann ein lokales Online-Backup parallel zum RZ-Backup eingerichtet werden. Damit wird dann das Problem der langsamen Internetverbindung ein Stück weit kompensiert.

    Bei einem lokalen Backup können Sie hingegen auch größere Datenmengen übertragen. Allerdings sollten Sie im Kopf behalten, dass auch hier ein Restore einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Sie sollten wissen, wie lange ein Restore bei Ihnen im Unternehmen dauert. Dazu können Sie noch mehr in diesem Artikel lesen.

     

    Fazit

    Beide Arten der Datensicherung haben Ihre Vor- und Nachteile. Das reine Online-Backup in ein RZ überzeugt durch geringe Kosten und wenig Aufwand zum Start, kann aber nur schlechte Restore-Zeiten liefern. Auch können Sie die Kosten leider nicht im Voraus bestimmen, da Sie nicht wissen wie schnell Ihre Daten in der Zukunft anwachsen. Sie zahlen letztlich für jedes Megabyte, welches Sie an das RZ übertragen. Hier muss daher im Vorfeld genau berechnet werden was Sie das Online-Backup im Lauf der Zeit kostet.

    Beim lokalen Backup sind diese Restore-Zeiten besser, das lokale Backup ist aber für gewöhnlich deutlich teurer. Absolut gesehen ist das lokale Backup pro zu sicherndem Megabyte jedoch die günstigere Lösung.

    Sie sollten also abwägen, was die bessere Alternative für Ihr Unternehmen ist. Egal wie Sie sich entscheiden, es kommt darauf an, dass Ihre Datensicherung sicher und zuverlässig funktioniert und dass Sie sich bewusst sind, was im Falle eines Datenverlustes auf Sie zukommt. Erfahrungsgemäß wissen viele Geschäftsführer nicht, wie lange ein Unternehmen im Falle eines Datenverlustes trotz Backup stillstehen kann. Es kommt nämlich immer auf ein gutes Restore-Konzept an!

    Abgesehen von den Kosten und den Restore-Zeiten sollte man natürlich auch ein Auge auf die Sicherheit der Daten haben. Das Stichwort lautet hier Verschlüsselung. Üblicherweise werden Daten auch bei einem Online-Backup verschlüsselt. Und je nach dem sollten auch lokale Datensicherungen verschlüsselt werden (z.B. wenn das Backup-Medium außer Haus gebracht wird). In jedem Fall ist es sinnvoll, Verschlüsselung zu nutzen, egal ob Sie Ihre Daten online oder lokal sichern. 

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